Hörsysteme und Implantate

//Hörsysteme und Implantate
Hörsysteme und Implantate2018-08-24T10:21:33+00:00

Bei Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit und Hörverlust kann mit verschiedenen Hörsystemen und Implantaten gearbeitet werden, um das Hören zu verbessern bzw. erst zu ermöglichen. Abhängig vom Ausmaß der Hörstörung, vom Erkrankungsverlauf und von Begleitsymptomen und Begleiterkrankungen, kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz: Hörgeräte verschiedener Bauformen, sowie Implantate (Teilimplantate und Vollimplantate), die durch operative Eingriffe eingesetzt werden. Welches System im Einzelfall das richtige ist, finden Patient, HNO-Arzt und Hörgeräte-Akustiker in enger Zusammenarbeit gemeinsam heraus. Hier finden Sie einen Überblick über gängige Hörsysteme und Implantate. Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns an!

Hörgeräte

Hörgeräte erfassen und verstärken Audiosignale, die dann über den Schallleitungsapparat und das Innenohr auf den Hörnerv übertragen werden. Selbst wenn sich die technischen Details und Funktionen unterscheiden, sind doch alle modernen Hörgeräte vom Aufbau her identisch: Sie enthalten eine Batterie, ein Mikrofon, einen Lautsprecher, eine Otoplastik (Formpassstück), einen Verstärker und einen Computerchip. Einen Überblick über die unterschiedlichen Bauformen von Hörgeräten erhalten Sie hier.

test

Im-Ohr-Hörgeräte von Audio Service

test

Hinter-dem-Ohr-Hörgerät von Oticon mit ausgelagertem Hörer

Knochenverankertes Hörgerät (BAHA)

Ein knochenverankertes Hörgerät, auch als BAHA bezeichnet (Abkürzung für „Bone Anchored Hearing Aid“), umgeht den Schallleitungsapparat, indem es Audiosignale in Knochenvibrationen umwandelt. Im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs wird das Implantat fest im Ohrknochen verankert. Der außen liegende Soundprozessor sitzt hinter dem Ohr und wird über eine Kupplung oder einen Magneten mit dem Implantat verbunden. Sogar bei Patienten mit hochgradiger Schwerhörigkeit können mit diesen Hörsystemen gute Erfolge verzeichnet werden.

CochlearTM Baha®5 mit Soundprozessor

Skizze eines im Ohrknochen verankerten Hörgerätes; CochlearTM Baha®5

Aktive Mittelohrimplantate (Vibrant Soundbridge)

Bei aktiven Mittelohrimplantate, die unter der Bezeichnung „Vibrant Soundbridge“ bekannt sind, handelt es sich ebenfalls um teilimplantierbare Hörgeräte. Der außenliegende Soundprozessor verarbeitet den Schall zunächst zu elektrischen Signalen. Diese Hörgeräte arbeiten mit einem Schwingungskörper, der als FMT (Abkürzung für „Floating Mass Transducer“) bezeichnet wird. Als Herzstück des Hörsystems wandelt der FMT die Signale in mechanische Schwingungen um und überträgt diese auf die Gehörknöchelchen-Kette.

Cochlear Carina Mittelohrimplantat

Aktives Mittelohrimplantat CochlearTM Carina® Systems

Cochlea-Implantat (CI)

Ein so genanntes Cochlea-Implantat eignet sich für Gehörlose, deren Hörnerv nicht funktionsgestört ist. Mit einem Cochlea-Implantat werden die Nervenfasern in der Hörschnecke (Cochlea) direkt durch elektrische Impulse stimuliert. Bei einem chirurgischen Eingriff wird das innenliegende Implantat unter der Haut des Patienten platziert. Der außenliegende Soundprozessor wandelt den Schall in detaillierte digitale Signale um, die über einen Magneten gekoppelt an die Elektrode im Innenohr übertragen werden. Heutzutage sind vielfältige Anbindungen der CI-Implantate an Smartphone, Hi-Fi- und TV-Systeme möglich.

Sendespule und Soundprozessor. Cochlear Nucleus CP910

Implantat mit Implantatelektroden. Nucleus Cl24RE von Cochlear